Bauernhofprojekt

Wir kooperieren seit Jahren mit ausgewählten Bauernhöfen in Rheinland-Pfalz, Hessen, Thüringen und Bayern, die Pflegekinder zur Vollzeitpflege aufnehmen (§ 33 SGB VIII). Wir stellen die ambulante Betreuung der Pflegekinder über eine Erziehungsbeistandschaft sicher (§ 30 SGB VIII) und coachen kontinuierlich die Pflegefamilien in Erziehungsfragen.

Der Lebensraum Bauernhof bietet, je nach Adressaten und Zielsetzung, pädagogische, alltagspraktische bzw. bildende und therapeutische Mittel. Für diese Fördermaßnahme unentbehrlich sind dabei die vor Ort lebenden Tiere mit ihrer Unvoreingenommenheit gegenüber Menschen.

Für junge Menschen mit einer Vielzahl von Beziehungsabbrüchen und mit anderweitigen ausgeprägten psychosozialen Belastungen und/oder psychischen Störungsbildern zeigt sich dieses Angebot als besonders entwicklungsfördernd und stabilisierend.

Die Zielgruppe:

Kinder, Jugendliche bzw. junge volljährige Frauen und Männer, deren bisherige Lebens- und Wohnsituation für eine altersgemäße Entwicklung nicht (mehr) passend ist.

Aufgrund ihrer besonderen Lebens- oder Familienverhältnisse in Verbindung mit psychosozialen Schwierigkeiten können sie nicht in üblicher bzw. angemessener Weise am Leben in der Gemeinschaft teilnehmen. Sie benötigen deshalb einen alternativen Lebens- und Wohnraum inklusive einer pädagogischen Betreuung und Begleitung von außen.

Der junge Mensch findet im reizärmeren Lebensraum eine Möglichkeit der Nachreifung unter den Aspekten „Erden und Nachverwurzelung“ vor.

Ziele des Bauernhofprojekts:

  • Integration in ein alternatives Lebens- und Betreuungsumfeld,
  • Förderung von Alltags- und Sozialkompetenzen,
  • Stärkung der Beziehungsfähigkeit, von Verbindlichkeit und Durchhaltevermögen,
  • Förderung der (weiblichen/männlichen Identität),
  • Schulabschluss, Ausbildungsreife und Eintritt in ein Ausbildungsverhältnis,
  • Altersgemäße, aktive Freizeitgestaltung,
  • Überwinden von akuten oder chronischen Krisen (Krisenmanagement),
  • Erweiterung von Konfliktlösungsstrategien,
  • Erhöhung der Frustrationstoleranz und der Impulskontrolle.

Sämtliche Ziele werden ergänzt bzw. konkretisiert durch die individuellen Zielvereinbarungen im Hilfeplangespräch gemeinsam mit dem zuständigen Jugendamt.

Unsere Erwartung für eine Aufnahmezusage ist hier zusätzlich das Einverständnis zur Unterbringung in einer Pflegefamilie, zunächst für ein 14-tägiges Probewohnen (Freiwilligkeit).